Strain-Counterstrain Osteopathie nach Dr. Jones

 

Dr. Lawrence H. Jones,  Osteopath in Oregon, USA entwickelte diese sanfte Methode Anfang des 20. Jahrhunderts. Er fand heraus, dass es Patienten Erleichterung verschaffte, wenn sie ihr blockiertes Gelenk oder ihren schmerzenden Muskel in die Position brachten, den dieser Körperteil im Moment der Verletzung, des Unfalls, Sturzes bzw. beim ersten Schmerzsignal eingenommen hatte.
Wenn diese Verletzungsposition mit therapeutischer Unterstützung korrekt ausgeführt und vor allem langsam vom Patienten eingenommen wurde, brachte sie Linderung.

Tenderpoints als Hinweis auf die Störung

Dr. Jones fand auch heraus, dass im Zusammenhang mit solchen Blockaden von Gelenken oder Wirbeln bestimmte Punkte am Körper empfindlich bzw. schmerzhaft waren. Er suchte diese „Tenderpoints“ und behandelte sie in der dem Patienten angenehmen Position. Durch die korrekte Positionierung verschwanden die schmerzhaften Punkte in kurzer Zeit.

Am Beispiel wird die Methode deutlicher:

Jemand verharrt einige Zeit in gebückter Haltung; beim schnellen Aufrichten schießt plötzlich ein Schmerz in den Rücken ein. Die Rückenstrecker-Muskeln üben beim plötzlichen Aufrichten einen Zug (engl. strain) auf die Hüftbeugemuskeln aus, die mit einem Gegenzug (engl. counterstrain) reagieren. Es kommt zu einem erhöhten Tonus und einer Verkürzung der Hüftbeugemuskeln sowie zu einer Schmerzprojektion in die Rückenstrecker. Die betreffende Person nimmt automatisch eine Schonhaltung in gebeugter Stellung ein. Mit der Methode Strain-Counterstrain findet der Therapeut nun die Schmerzpunkte (engl. tenderpoints) in den Hüftbeugern und behandelt diese - in der gebeugten Stellung, ähnlich der Stellung vor dem ersten Schmerzreiz.

Neuprogrammierung der Muskeln

Dabei werden die Muskelspindeln neu programmiert, die erhöhte Spannung reduziert sich. Nach langsamer passiver Rückkehr ist im Idealfall eine Bewegung in jede Richtung wieder möglich, die Schmerzen sind verschwunden oder deutlich reduziert.

Man könnte das Phänomen auch als „Körperhomöopathie“ bezeichnen. Indem man dem Körper die Möglichkeit gibt, die Muskelspindeln neu zu programmieren, lässt man ihn sich selbst heilen.

Angenehm: immer in die schmerzfreie Richtung

Das heißt: die Methode Strain-Counterstrain arbeitet ausschließlich mit indirekten, völlig schmerzfreien Techniken. Im Gegensatz zur manuellen Therapie, die meist direkte Techniken einsetzt: Ein Wirbel, der in Rechtsrotation blockiert ist, wird nach links mobilisiert oder manipuliert. Ist ein Muskel verkürzt wird er gedehnt oder massiert. Dies entspricht dem allopathischen Prinzip und ist gegen das Symptom gerichtet.
Bei Strain-Counterstrain wird der rechtsrotierte Wirbel noch mehr in die Rechtsrotation gebracht, der verkürzte Muskel wird noch mehr verkürzt. Nach kurzer Zeit in optimaler Position kommt es zur spontanen Lösung.

Vorzüge der Strain-Counterstrain Osteopathie:

  • Sie ist erfolgreich bei fast alle akuten und chronischen Beschwerden des Bewegungsapparates
  • Sie ist schmerzfrei und sanft
  • Hat wenig Kontraindikationen
  • Die Besserung ist sofort wahrnehmbar
  • Die Behandlung kann beliebig oft wiederholt werden
  • Sie ist zuverlässig durch systematische Untersuchung und Befunderhebung
  • Sie ist anwendbar bei den meisten akuten Traumen und auch bei sehr ängstlichen Patienten
  • Sie nimmt nur wenig Zeit in Anspruch
  • Sie ist leicht erlernbar

Die Methode lässt sich gut mit anderen Therapien kombinieren.

Ich habe diese Methode von Heiko Lehman, Arzt in Kiel, gelernt und bin ihm in Dankbarkeit verbunden. Sie spielt inzwischen eine große Rolle in meiner therapeutischen Arbeit. Link: www.lehmann-seminare.de